Chronik

Chronik des Hohenlimburger Schwimmverein e.V.

(Dieter Linde) Am 26. September 1925 fand die Gründungsversammlung des Hohenlimburger Schwimm Vereins statt. Am 20. Dezember 1925 wurde der HSV unter der Nr. 22 in das Vereinsregister eingetragen – die eigentlichen Wurzeln des Vereins, die ja ganz eng mit dem guten Wasser in Henkhausen verbunden sind, die liegen noch einmal rund 100 Jahre zurück!

Nun, die Möglichkeit, ein Bad zu nehmen, die gibt es in Henkhausen, oder besser ausgedrückt in Bad Henkhausen, schon seit fast 200 Jahren. Zitiert sei dazu aus einer am 27. Juni 1823 erschienen Ausgabe vom Rheinisch Westfälischen Anzeiger für Hamm und Münster, dort schrieb Hofrat Dr. Marx: … In dem mit eigenthümlichen Reizen geschmückten, vielseitig ansprechenden Lennethal hat sich eine halbe Stunde von Limburg bei dem freundlichen Dörfchen Rehe eine Mineralquelle erhoben, welcher die Bewohner der Umgegend schon seit mehreren Jahren eine besondere Heilkraft beilegten… . Das Wasser der Quelle ist klar und kalt, von etwas säuerlichen und zusammenziehenden Geschmacke… Der Gebrauch derselben ist mithin sehr empfehlendswert, in allen denjenigen Krankheiten wo Schwäche, sowohl örtliche, als allgemeine, vorverwaltet, und wird von besonderer Wirksamkeit seyn, bei schwächlichen und sensiblen Individuen… So habe ich mich doch überzeugt, daß von den zahlreichen Kranken, welche dasselbe vorigen Sommer besuchten man nahm über 500 Bäder, viele eine sehr wesentliche Erleichterung ihres Übels fanden, und mehrere vollkommen hergestellt worden sind.

Das Bad Henkhausen, das von Mitte Mai bis Oktober Saison hatte, wurde mit Kurhaus und Ausflugsgaststätte lange geführt, erst 1946 wurde der Badebetrieb eingestellt. Vielleicht ist ja doch ein wenig Wahrheit dran, an der Behauptung einiger Experten im Umfeld des HSV, die im Henkhauser Wasser einen Teil der Erfolge begründet sehen, die die Wasserballer in den vergangenen Jahrzehnten feiern konnten… !

Doch zurück zu den Anfängen des Hohenlimburger SV, die eben ganz eng mit dem Bad Henkhausen verbunden sind. Einer der geistigen Väter des Vereins war nämlich Gastwirt Fritz Bläse. Sein Ziel war es, ein Freibad zu bauen, das der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden sollte, das aber auch die Angebotspalette seines Hauses erweitern sollte. So erfolgte unter Mitwirkung von Fritz Bläse eben an diesem 26. September 1925 die Gründungsversammlung des Hohenlimburg SV!

Zwei Jahre später, 1927, erfolgte unter Teilnahme zahlreicher Ehrengäste die Grundsteinlegung für das Freibad Henkhausen. Die Vereinsmitglieder – die schon Anteilsscheine zur Finanzierung erworben hatten – halfen bei den Bauarbeiten tatkräftig mit. Da ist schon wieder der Bogen bis in die heutige Zeit geschlagen, denn wenn in diesen Tagen Bauarbeiten anstehen, dann sind es in erster Linie die HSV-Mitglieder, die zugreifen.

Am 23. Juni 1929 war es soweit, die Einweihung des Freibades! Die technischen Voraussetzungen sind für heutige Ansprüche undenkbar, denn ungefiltert und ungeheizt (!)wurde das Wasser direkt dem Hasselbach entnommen. Die Bürger waren aber begeistert, kamen auch aus allen Hagener Stadtteilen; teilweise über die Lennefähre.

Die Betriebskosten zu tragen, das war die Sache der ehemaligen Stadt Hohenlimburg, wurde später, nach der kommunalen Neuordnung von 1975, von der Stadt Hagen übernommen. Die Kosten für den Sportbetrieb musste natürlich stets der Verein tragen. Verständlich, dass die HSV-Verantwortlichen gar nicht so glücklich waren, als 1983 das Kirchenberg- Freibad eröffnet wurde. Damit war klar, dass sich die Stadt Hagen aus der Bewirtschaftung des Vereinsbades in Henkhausen zurückziehen würde. Der Verein stellt sich damals ernsthaft die Frage, das Bad aufzugeben. Dieses Bad in Henkhausen war aber von Beginn an Mittelpunkt im Vereinsleben, die Gegner einer Schließung führten an, dass man mit dem Bad gleichzeitig auch den Verein aufgeben würde! So wurde beschlossen, dass der Verein das Bad voll übernehmen sollte.

Erst langsam sollte sich dann herausstellen, welch einer großen Verantwortung sich die ehrenamtlichen Mitglieder da gestellt hatten, das war nämlich ein kleiner Wirtschaftsbetrieb, den sie leiteten. Sofort wurden Maßnahmen ergriffen, die Einnahmeseite zu steigern: Bau von Tennisplätzen, Schankerlaubnis für das Vereinsheim – und Anhebung der Beiträge, auf das Niveau anderer Schwimmvereine mit eigenen Bädern. Der letzte Punkt, Anhebung der Beiträge, hat doch zu einem erheblichen Problem geführt, denn zahlreiche Mitglieder wollten da nicht mehr mitmachen, kehrten dem Verein den Rücken, was dem Vorstand die Sache zusätzlich erschwerte. Vor allem, als dann 1986 umfangreiche Sanierungen anstanden – nur persönliche Bürgschaften bewahrten den HSV in der Zeit vor der Zahlungsunfähigkeit.

Nun, alles hat sich inzwischen unter dem aktuellen Vorstand mit Peter Arnusch an der Spitze normalisiert, die Mitgliederzahl liegt konstant über 700, der Haushaltsplan wird eingehalten – und wenn es der Wettergott gut meint, dann klingelt es auch etwas besser in der Kasse.

Trotz einer eisernen Haushaltsführung gehört der HSV aber immer noch zu den erfolgreichsten Sportvereinen an Lenne und Volme, trägt maßgeblich dazu bei den Namen der Stadt Hagen und der ehemaligen Stadt Hohenlimburg weit über die regionalen Grenzen bekannt zu machen.

Schwimmsport

Natürlich war es der Schwimmsport, der nach der Gründung des Hohenlimburger SV und der Eröffnung des Freibades 1929 im Mittelpunkt stand. Eine Attraktion war der Sprungturm, mit dem das Bad ausgestattet war.

Zahlreiche Bezirkswettkämpfe wurden in Henkhausen ausgetragen – ehe der 2. Weltkrieg den Sport stoppte. Nach Kriegsende baute Willi Gerlach – viele Hohenlimburger hatten bei ihm Schwimmunterricht – eine neue Sportlergeneration auf. Willi Gerlach war 1936 Mitglied der Olympia-Kadermannschaft.

Unter seiner Leitung gab es schöne Erfolge, unter anderem holte sich die Bruststaffel über 4×100 Meter 1953 in der Besetzung Reiling, Sülberg, Störing und Dornhoff die Westdeutsche Meisterschaft!

Wasserball

Ende der 50-er Jahre entwickelte sich ein neuer Sport, eine Mischung aus Schwimmen und Handball: Wasserball! Die HSV Herren spielten zunächst in der Bezirksliga, stiegen 1968 in die Landesliga auf, 1975 der Sprung in die Verbandsliga. Sportlich wollte der Verein neue Zeichen setzen, der HSV konzentrierte seine Kräfte nun voll auf den Wasserballsport, holte sich qualifizierte Trainer, wie Dieter Mark aus Iserlohn.

Eine Reihe von hochtalentierten Jahrgängen schloss sich dem Verein an, leitete ab 1980 unglaubliche Erfolge ein. Es fing an mit dem Aufstieg der 1. Herren-Mannschaft in die Oberliga, die A-Jugend belegte bei der deutschen Endrunde den 4. Platz, die B-Jugend kam auf den 5. Rang – alles im Jahr 1980. Ein Jahr später der Aufstieg der Herren in die Regionalliga, die A-Jugend wurde Deutscher Vizemeister und mit Walter Glombik, Bernd Vogtland und Karsten Menzel stellte der HSV erstmals Spieler für eine Nationalmannschaft (A-Jugend) ab.

Was dann noch alles bis in die heutige Zeit kommen sollte, kann man eigentlich nur als sportlichen Traum umschreiben. So ließen zum Beispiel die HSV-Frauen ihrer ersten Deutschen Meisterschaft 1983 bis 1999 noch fünf weitere Titel folgen; in 2000 wurden sie Pokalsieger.

Die Herren schafften 1984 den Aufstieg in die Bundesliga, mussten noch einmal für ein Jahr in die Regionalliga, spielten dann aber von 1986 bis 1995 in der 1. Liga eine führende Rolle – wenn es ihnen auch nie gelang, die übermächtigen Wasserfreunde aus Berlin-Spandau zu verdrängen. Zweimal wurden die Herren Vizemeister, 1994 sogar in Pescara (Italien) Vize-Europameister bei den Pokalsiegern.

Neben diesen Erfolgen sammelte der HSV viele Titel im Bereich des Westdeutschen Verbandes, stellt bei den Herren, Damen und in der Jugend nun schon zwei Jahrzehnte immer wieder Athleten für die verschiedenen Nationalmannschaften im DSV ab.

Dieses hohe Niveau ständig zu halten, ist mit einem Familienbetrieb, wie es der HSV bis heute geblieben ist, eigentlich gar nicht möglich. Bei den Damen und bei der weiblichen Jugend ist das gelungen, einen kleinen Durchhänger gibt es bei den Herren, doch auch da sind schon wieder viele Talente in Sichtweite.

Die Stadt Hagen weiß inzwischen längst, dass dieses Engagement Unterstützung verdient. Nicht zuletzt für den HSV wurde die Traglufthalle Ischeland gebaut, um auch den Winter-Spielbetrieb zu garantieren. Große Unterstützung erhält der Verein von den Stadtwerken (Hagenbad) – mit sportlichen Erfolgen bedankt sich der HSV für diese Hilfe.

Die Bürger der Stadt blicken mit Anerkennung auf die Leistungen des Hohenlimburger SV!
 
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